Die Foto-Serie

Als die Fotografin Anne Mück und ich ins Gespräch gekommen sind, merkten wir schnell, dass uns nicht nur die Tatsache verband, dass wir uns einst beide dieser Krankheit stellen mussten.

Es ist die Art, wie wir Dinge verarbeiten, bearbeiten.

Wir stellen uns den Dingen mit den Mitteln, die wir auch tagtäglich in unseren Berufen nutzen, Anne die Fotografie, ich die Sprache. Anne hat sich, ohne groß Aufheben darüber zu machen, schon einmal in einem Foto-Projekt mit der Thematik auseinandergesetzt. Im Projekt „The Wig“ lichtete sie 80 Persönlichkeiten aus der Metropolregion mit ein und derselben Perücke ab und stellte die Frage, wenn wir alle die gleiche Frisur tragen, werden wir dann auch alle „gleich“?

Nein, natürlich nicht. Weder die Persönlichkeiten, die sich die ein und die gleiche Perücke aufsetzten noch die an Brustkrebs erkrankten Frauen, sind gleich. Sie sind manchmal schillernde, manchmal schrille, manchmal stille doch immer ausdrucksstarke Persönlichkeiten. Die einen zeigen ihre Glatze und scheren sich nicht drum, die anderen lassen sich Perücken machen, die ihren früheren Frisuren so ähneln, dass niemand den Seelenschmerz dahinter sehen kann. Wieder andere haben Haarbänder in allen Farben und Formen und machen aus der Not ein Happening – manchmal jedenfalls.

In unserem aktuellen Projekt „Self-Love“ stellen wir Frauen, die einst an Brustkrebs erkrankt waren oder es aktuell noch sind, wirklich in all ihrer Schönheit, mit all ihrer Weiblichkeit, ja mit all ihrer Sexyness in Szene. Nach meiner zweiten Reha kam mir die Idee, die Frauen in großer Abendrobe abzulichten. Ich sehe sie in smaragdgrünen Kleidern, in roten Roben, in schillernd blauen Röcken. Selbstbewusst. Ehrlich. Schön! Anne Mück konnte mit der Idee sofort etwas anfangen und nun kann ich es kaum abwarten, das Knistern des Stoffes und das Lachen der Frauen zu hören.

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